Das Fabularium ist da, wo Geschichten erzählt und gehört werden. Wo ein Raum zwischen den Menschen entsteht. Es ist mehr als ein Konzept: wir sind überzeugt, dass Geschichten mehr sind als Unterhaltung. Sie sind die menschlichste Art, Verbindung zu schaffen. Sie öffnen, was verschlossen scheint.
Fabulari – lateinisch für sprechen, erzählen, schwatzen. Aus dieser Wurzel wächst der Name: Fabularium. Nicht Bühne, nicht Theater, nicht Atelier. Sondern der Ort, an dem fabuliert wird – lebhaft, fantasievoll, gemeinsam.
Denn das freie Erzählen ist ein Dialog. Der Erzähler reagiert auf die Stimmung im Raum, auf Mimik und Atmung der Zuhörenden. Nur so entstehen Geschichten, die berühren. Jedes Mal wieder.
Ohne dass ich es wusste, hat meine Erzählreise auf dem Rhein begonnen. Ich war noch im Studium. Ein paar Freunde und ich machten einen Herbstausflug auf dem Rheinschiff von Bacharach nach Köln. Zu vielen Orten und Burgen, die wir passierten, konnte ich eine kurze Sage oder Geschichte erzählen. Es fiel mir nicht schwer. Es machte mir Freude. Mehr habe ich damals nicht darüber nachgedacht.
Jahre später, als meine Kinder klein waren, wollte ich mehr als Kinderbücher vorlesen. Nicht weil ich Erzähler werden wollte, sondern aus Neugier auf Neues. Ich stieß auf ein Buch über das freie mündliche Erzählen. Es war sehr wissenschaftlich und kaum zugänglich, aber es hat mich nicht losgelassen.
Es dauerte fast zehn weitere Jahre, bis ich die richtigen Kurse fand: zeitlich machbar und fundiert. 2019 begann ich dann die Ausbildung. Seit 2021 erzähle ich immer wieder für Kinder in KiTas und Grundschulen. Seit 2024 bin ich in Kassel aktiv, mitten in der Grimm-Heimat Nordhessen, und erzähle immer mehr auch für Erwachsene.
Das Fabularium wächst durch Begegnungen mit interessierten ZuhörerInnen und ErzählerInnen, die denselben Weg gehen und voneinander lernen.
In den nächsten Jahren geht es darum, das freie mündliche Erzählen zusammen mit dem Verband der Erzählerinnen und Erzähler immer weiter als eine lebendige Kunstform in Deutschland zu etablieren. Mit jedem Auftritt, mit jedem Publikum, das sich berühren lässt, mit jedem freundlichen Wort, das Zuhörende danach weitertragen, kommen wir dem Ziel einen Schritt näher.
Aus dem Zauber dieser Begegnungen entstehen unendliche Möglichkeiten.